Canva macht satt – aber nicht glücklich: Gedanken über echtes Webdesign
Es fiel irgendwann auf, dass Premium-Websites und kuratierte Blogs fast immer „teurer“ wirken als ein einfacher Hobby-Blog. Dabei liegt der Unterschied oft nicht an der Kamera, nicht am Motiv und nicht einmal am Talent – sondern an der Art, wie Text und Bild zusammengeführt werden.
3D Typography
Explosion
Texte, die direkt in Canva oder ähnlichen Tools auf ein Foto geschrieben werden, funktionieren hervorragend für Social Media. Schnell, sichtbar, sofort verständlich. Für eine Website jedoch entsteht dabei oft ein anderes Gefühl: Die Schrift wirkt wie ein fester Bestandteil des Bildes, nicht wie ein Element der Gestaltung. Sie lässt sich nicht flexibel anpassen, reagiert nicht auf Bildschirmgrößen und verliert schnell an Klarheit, sobald sich Auflösung oder Darstellung ändern.
MAKI
AI… AI… — manchmal klingt das ja fast wie ein Seufzer aus einem Sci-Fi-Film 😄. Aber ganz ehrlich: ein ziemlich genialer Helfer, und nicht nur bei der Arbeit. Gefühlt schiebt er ständig Projekte ein Stück weiter Richtung Realität. Im eigenen Fall ganz konkret: beim Überlegen, wie Text sauber auf Fotografien platziert werden kann, ohne dass alles gleich nach Bastelstunde aussieht.
Genau hier beginnt der Unterschied zwischen einem „gebauten“ Layout und einer Grafiklösung.
mit Code als Gestaltungsmittel
„Beim Arbeiten mit HTML und CSS wird Text nicht ins Bild „eingebacken“, sondern als eigenständige Ebene darübergelegt. Dadurch entsteht Struktur. Abstände, Zeilenhöhe, Padding, Kontraste und responsive Skalierung greifen ineinander wie ein System. Auf einem großen Monitor, auf einem Tablet oder auf einem Retina-Display bleibt die Typografie sauber, scharf und ruhig.“
Das ist einer der Gründe, warum redaktionelle Layouts so harmonisch wirken. Sie folgen Regeln:
klar definierte Grid-Systeme, konsistente Weißräume, einheitliche Schriftlogik und kontrollierte Proportionen. Nichts ist zufällig platziert. Selbst kleinste Details – etwa der Abstand zwischen Bildkante und Caption – tragen zur Gesamtwirkung bei.
Bei vielen Hobby-Blogs passiert das Gegenteil. Texte werden als Bildbestandteil behandelt, Abstände entstehen nach Gefühl, Schriftgrößen sind nicht aufeinander abgestimmt, und jedes Element funktioniert isoliert statt als Teil eines Systems. Das Ergebnis wirkt nicht unbedingt schlecht – aber oft unruhig, uneinheitlich und optisch „schwerer“.
Erst beim intensiven Durchstöbern von Design-Plattformen wurde sichtbar, wie groß dieser Unterschied tatsächlich ist. Besonders inspirierend wirken derzeit Awwwards und Behance. Dort zeigt sich sehr deutlich, wie stark saubere Typografie, durchdachte Layout-Raster und responsive Strukturen die Wahrnehmung eines Projekts verändern können.
Interessant ist auch, dass moderne KI-Tools zunehmend eine Brücke zwischen Design und Code schlagen. Sie helfen, Layout-Ideen schneller zu verstehen, CSS-Strukturen zu erzeugen und komplexe Designprinzipien verständlich zu machen. Gerade für Hobby-Projekte entsteht dadurch ein neuer Zugang: weniger technischer Frust, mehr Raum für Gestaltung.
Trotzdem bleibt eine Erkenntnis besonders klar:
Gutes Webdesign entsteht nicht durch einzelne schöne Elemente, sondern durch ein konsistentes System. Ein Grid, das alles zusammenhält. Einheitliche Typografie. Kontrollierte Abstände. Und vor allem die Trennung von Inhalt und Darstellung.Und genau hier endet für mich auch jeder Anspruch auf Professionalität. Ich bin keine Webdesignerin, keine Grafikerin, keine Agentur. Eher das Gegenteil: einfach jemand, der gerne abends im Internet sitzt, Layouts anschaut, Schriften testet und mit kleinen Ideen spielt. Ohne Auftrag, ohne Druck — nur aus Interesse.
Vielleicht ist es genau das, was den Reiz ausmacht. Nicht perfekt sein zu müssen. Sondern neugierig zu bleiben.
Inspiration finde ich dabei selten im leeren Kopf, sondern eher draußen im Netz. Gute Typografie, saubere Layouts und spannende Ideen lassen sich heute überall entdecken — auf Design-Plattformen, in kuratierten Galerien oder sogar auf Pinterest, auch wenn die Seite längst kein Geheimtipp mehr ist.
Ich sammle dort Eindrücke, speichere Beispiele und schaue mir an, wie andere Probleme lösen. Oft entsteht daraus kein eigenes „geniales Konzept“, sondern eher eine Art stilles Lernen durch Nachvollziehen. Vieles probiere ich einfach nach — nicht grafisch per Hand, sondern über Code.
Deshalb entsteht langsam eine klare Entscheidung: Im eigenen Blog wird künftig konsequent mit HTML gearbeitet. Wenn eine Fotografie eine Bildunterschrift bekommt, soll diese nicht mehr als Teil der Grafik existieren, sondern als echtes Layoutelement. Nur so bleibt sie flexibel, sauber skalierbar und ruhig im Gesamtbild.
Texte im Web sind nie endgültig festgelegt. Alles bleibt beweglich: Layouts lassen sich verschieben, Schriftarten austauschen, Proportionen anpassen. Inspiration findet sich in Beispielen, in Templates, in kleinen Details anderer Seiten — und oft entsteht daraus Schritt für Schritt ein eigener Stil.
P.S. In anderen Plattformen, besonders innerhalb von Google-basierten Strukturen, sind diese Möglichkeiten stark eingeschränkt. Dort lassen sich bestehende Beiträge kaum noch verändern. Variationen in der Typografie, präzise Positionierungen oder feine Abstandslogik sind praktisch nicht umsetzbar. Die Gestaltung bleibt fest eingebunden und damit statisch.
Archive
Objektiv"
Jeder Beitrag wird dabei fast wie ein eigener kleiner Design-Test: Wie wirkt eine Caption mit mehr Weißraum? Wie verändert sich die Wahrnehmung, wenn Text nicht direkt auf dem Motiv liegt, sondern bewusst daneben positioniert wird? Wie ruhig kann ein Bild wirken, wenn Typografie nicht dekoriert, sondern strukturiert?
Schatten
Weite
Stille
Fern
Schatten
Raum
Es bleibt letztlich ein offener Prozess ohne klares Ende. Manche Ideen werden weiterverfolgt, andere bleiben kleine Experimente. Und oft entstehen neue Impulse ganz nebenbei — beim Fotografieren, beim Stöbern in inspirierenden Projekten oder beim ruhigen Durchsehen von Plattformen wie Behance oder Awwwards.
Was als Nächstes kommt, lässt sich deshalb nie genau planen. Mal ist es eine neue visuelle Entdeckung, mal ein technisches Detail, manchmal einfach nur ein Bild, das eine neue Richtung vorgibt.
Bis dahin bleibt die Neugier der wichtigste Antrieb — und der nächste Gedanke wartet wahrscheinlich schon irgendwo im nächsten offenen Tab:-)
Texte, die direkt in Canva oder ähnlichen Tools auf ein Foto geschrieben werden, funktionieren hervorragend für Social Media. Schnell, sichtbar, sofort verständlich. Für eine Website jedoch entsteht dabei oft ein anderes Gefühl: Die Schrift wirkt wie ein fester Bestandteil des Bildes, nicht wie ein Element der Gestaltung. Sie lässt sich nicht flexibel anpassen, reagiert nicht auf Bildschirmgrößen und verliert schnell an Klarheit, sobald sich Auflösung oder Darstellung ändern….